Die Zauberflöte:

TrioConBrio erfüllt die 13 Opernauszüge virtuos, stilsicher und im wahrsten Sinne „con brio“ mit neuem Leben. Mitreißend umgesetzt...Insgesamt erstaunt es, welche Klangdichte durch die oft als harmonische Basis fungierenden beiden Saiteninstrumente und die meist melodiös geführte Flöte erreicht wird. Dennoch ist die Stimmführung erfreulich abwechslungsreich und jedes der Instrumente wird technisch anspruchsvoll eingesetzt.

nmz, Juli/August 2007

Die Highlights der Zauberflöte in orchesterähnlichem dichten Klangbild...außergewöhnliches Hörerlebnis.
Flöte Aktuell, 2.2007

De L’Hoyer variiert Mozarts Melodien und komponiert Neues: Papagenos „Vogelfänger“-Arie wird zum Variationensatz, in dem die drei Instrumente in teilweise atemberaubend virtuosen Wendungen das simple Liedchen ausgestalten. Bei anderen bleibt Mozarts Partitur quasi realistisch erhalten.
Stuttgarter Zeitung, 14.11.2006

Die technischen und musikalischen Fähigkeiten des TrioConBrio sind unbestritten. Saubere Intonation, wohlgegliederte Phrasen, sicher koordiniertes Zusammenspiel: Diese Musiker verstehen sich auf ihr ‚Handwerk’. Und wer wollte leugnen, dass diese ‚Zauberflöte light’ vergnügliche, geistreiche Unterhaltung bietet?
KlassikCom, 13.10.2006

Das TrioConBrio hat L’Hoyers Arrangement mit einer bezaubernden CD-Einspielung der Vergessenheit entrissen. Die Szenen wirken trotz Verzicht auf Sänger und Orchester höchst lebendig und beschwingt. Es ist verblüffend, wie es den drei Musikern gelingt, durch perfektes Zusammenspiel und optimalen Ton ihrer Instrumente Mozarts Oper gegenwärtig werden zu lassen. Glänzend interpretiert.
Wetzlarer Zeitung, 22.8.2006

TrioConBrio Die Zauberflöte
Querflöte, Gitarre und Bratsche – das ist eine klanglich interessante Instrumentenkombination, die hierzulande vor allem von einem Ensemble repräsentiert wird: dem TrioConBrio. Angesichts der „Zauberflöte“, Mozarts universaler Oper, nimmt sich diese Besetzung zunächst aus wie der Zwerg vor dem Riesen. Freilich sind kleinformatige instrumentale Bearbeitungen von Opern eine alte Gepflogenheit, die in ihren Anfängen durchaus pragmatische Gründe der Musikverbreitung hatte: die Hits aus den Opern konnten ja vor Thomas Alfa Edison noch nicht auf Tonträger nachgehört werden, und ein Orchester stand auch nicht überall zur Verfügung. Ähnlich mag der Hintergrund jener Zauberflöten-Bearbeitung ausgesehen haben, die dieser Einspielung durch Andrea Förderreuther (Gitarre), Johannes Hustedt (Flöte) und Carolin Kriegbaum (Viola) zu Grunde liegt. Der weithin in Vergessenheit geratene französische Gitarrist und Komponist Antoine de L’Hoyer (1768 – 1852) konzentrierte sich in seinen Opernauszügen auf die Szenen mit Tamino, Pamina, Papageno, Sarastro und Monostatos. Bei der hier vorliegenden CD handelt es sich um die Ersteinspielung dieses lang vergessenen Arrangements. Wie vom TrioConBrio nicht anders zu erwarten gelang die Wiederbelebung auf brillante, höchst charmante Weise, die sich nicht wie eine gestutzte Taschenausgabe ausnimmt, sondern wie vollendete Kammermusik. Die drei Instrumente decken einen weiten Klangraum ab. Johannes Hustedt ist ein veritabler Zauberflötist. Nicht zuletzt ist die CD endlich einmal ein gitarristisch relevanter Beitrag zum Mozartjahr. Als Dreingabe gibt es die Werke mit den Köchelverzeichnis-Nummern 616, 594 und 356 für Orgelwalze, Orgelwerk in einer Uhr und Glasharmonika in eigenen Arrangements des Trios.
Gitarre Aktuell 6/06, Thomas Kraus

“Hm! Hm! Hm!”
Beim ersten Mal spielt die Gitarre Papagenos berühmte fünf Flötentöne. Dann macht sie’s noch mal. Erst später, als Papageno das Motiv erneut zweimal kurz hintereinander spielt, da bläst sie endlich der Querflötist genau so, wie es sich gehört.
Wie es sich gehört? Gemeint war: wie man’s gewohnt war, also Flöte, wo Flöte hingehört.
Stimmt schon: Dass die ersten Papageno-Flötentöne von einer Gitarre gespielt werden, das  könnten Puristen durchaus als gepfefferte Dreistigkeit nehmen. Denn Mozart und Gitarre - also, ich bitte Sie! Kaum ein Instrument dürfte unserm Wolferl fremder gewesen sein als die Gitarre. Dabei wurden Antoine l’Hoyer geboren, als Wolfgang Amadeus gerade 12, Carulli, als er 14 war, Sor, als er 23 undGiuliani, als Mozart 25 war. Etwas flapsig gesagt, heißt das, dass der Salzburger es nur noch eben ins neue, ins 19. Jahrhundert hätte schaffen müssen, um - tu felix Austria - selbst für die Gitarre komponiert zu haben - welch hehrer Gedanke.
Der Name des Komponisten und Gitarristen Antoine de l’Hoyer fällt in dem Zusammenhang nicht zufällig, ist er doch der Urheber der Idee der Mozartschen Zauberflöte in, na ja, pocket-size. Wie wir lernen (siehe unten), sind es besonders die ersten zwei, drei Dekaden des 19. Jahrhunderts, in denen die Mode der Bearbeitung ganzer Opern um sich greift. L’Hoyer springt auf den Trend drauf, und heraus gekommen ist natürlich keine lediglich auf Trio-Format gestauchte “komplette” Oper, sondern eine Auswahl der für solche Bearbeitungen am besten geeigneten Lieder, Stücke oder Teile.
Dass das im Falle der Zauberflöte gerade die bekanntesten und beliebtesten Auszüge sind, hat knappe 200 Jahre später auch das TrioConBrio verstanden, drei deutsche Musiker(innen), Carolin Kriegbaum, Viola, Andrea Förderreuther, Gitarre und Johannes Hustedt, Flöte, die seit über fünfzehn Jahren gemeinsam musizieren und das so ausgezeichnet tun, dass niemand Geringeres als Leo Brouwer und gar einer der beiden Brüder Assad dem Trio Musik aufs Format schneiderten. Auf unablässiger Suche nach neuem Repertoire und neuen Anregungen stieß die Gitarristin Andrea Förderreuther auf den Gitarristen L’Hoyer und seinen Mozart. Dass wieder mal ein Mozart-Jahr anstand, war mehr oder weniger Zufall und gab allenfalls den Ausschlag, die Aufnahmen so zu legen, dass “TrioConBrio - Die Zauberflöte” [Animato/ Bauerstudios ACD6095] rechtzeitig 2006 heraus kommen konnte. Sie erschien  am 1. September und serviert neben den 13 Zauberflöte-Auszügen noch das Andante in F für eine Orgelwalze KV 616, Adagio und Allegro in f-moll für ein Orgelwerk in einer Uhr KV 594 und schließlich das Adagio in C für Glasharmonika KV 356. Diese drei Mozartschen Spätwerke - von 1790 und ‘91 - sind vom Trio selbst arrangiert worden, während die Zauberflöte ganz L’Hoyer ist, eine köstliche Querfeldein-Tour von der Ouvertüre über “Der Vogelfänger bin ich ja”, “Bei Männern, welche Liebe fühlen” bis zu “In diesen heil’gen Hallen” und “Ein Mädchen oder Weibchen” bis zum “Quintetto: Hm! Hm! Hm!”
Pietäts-Polizisten werden nichts Anstößiges finden, “nur” eine zum Leben erweckte Über-Setzung, die ebenso unanfechtbar autark ist wie - um eine Parallele in der Literatur zu ziehen - Eliots Gedicht “Portrait of a Lady” in seinem “Prufrock” oder Pounds Gedicht “Portrait d’une Femme”, die beide nicht aufgrund, sondern trotz des großen Henry-James-Romans “Portrait of a Lady” existieren und zeigen, dass eine kondensierende, konzentrierende Sicht der Dinge nicht minderwertiger sein muss als die große, ausladende Sicht in einem Roman. L’Hoyer hat die Zauberflöte zwar “verkleinert”, aber er hat das strahlensatz-ähnlich getan: maßstäblich verkleinert, ohne also die Verhältnisse von Form zu Inhalt im Kern zu verändern. Und das Trio ist nicht von Mozarts Oper, sondern der rein instrumentalen Bearbeitung L’Hoyers ausgegangen, einer auf wenige Instrumente beschränkten Reflexion über die große Vorlage. Mag sein, dass man Musikfreunden, die das Gitarrespiel von Giuliani & Co sowieso für allzu gefällig, allzu “poppig” halten, mit dieser “miniaturisierten” Zauberflöte keinen großen Gefallen tut, sondern bloß das Argument liefert, den größten Tonsetzer nach Bach zur Bagatellsache des frühen 19. Jahrhunderts heruntergestutzt zu haben.
Dabei stellt sich solch ein Thema gar nicht. Der Schlichter heißt Antoine de l’Hoyer. Ihm zur Seite sitzen die Puristen, die Lordsiegelbewahrer Mozartscher Ehre und Würde. Auf der anderen sitzt und spielt ein Trio als exzellent funktionierendes Miniatur- Orchester, das aus vorzüglichen, über allen Zweifel erhabenen Musikern besteht, die es genauestens verstehen, die Ernsthaftigkeit gegenüber den vorgefundenen Materialien in perfektem Gleichgewicht zu halten mit der absolut nicht tadelnswerten Absicht und Gabe, mit ihrer Musik Freude zu bereiten. Das TrioConBrio tut im Prinzip nichts anderes als  seit vielen Jahrhunderten die japanischen Haiku-Dichter: Sie sprechen das Sagbare aus und überlassen das Unsagbare der Assoziationskraft der Hörer.
Gitarre – Special, Alexander Schmitz, September 2006

 

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